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Vereinsgeschichte Orchester Kaltbrunn

 

Gründung

Im Jahr 1906 wurde im Jünglingsverein Kaltbrunn der Wunsch geäussert, „der Jünglingsverein möchte sich anschicken zur Gründung einer kleinen Musikkorporation“. „Zuerst gedachte man, mit hiesiger Blechmusik ein Übereinkommen zu treffen und stellten wir sehr günstige Bedingungen, wurden aber misstrauisch abgewiesen.“… Nach längerem Hin- und Herberaten wurde vorerst ein Streichquartett gegründet. Die Gründungsmitglieder mussten ihr Instrument erst lernen und gingen in den Musikunterricht.

 

Statuten

Am 1. August 1909 unterschrieben 17 Musiker die 9-seitigen Statuten, mit dem Versprechen, diese zwei Jahre lang „getreulich beobachten zu wollen“. Vorerst war das oberste Ziel, Gottesdienste musikalisch zu umrahmen.

 

Erstes öffentliches Konzert

1913 fand im Restaurant Krone das erste öffentliche Konzert statt. Der Eintritt betrug 50 Cents, der Reingewinn war drei Franken. Der Dirigent erhielt ein Gehalt von zwei Franken pro Probe.

 

Strenge Sitten

Trotz Mitgliedermangel wurden die Vereinsbussen nach den geltenden Statuten strickte eingezogen: verspätetes Erscheinen, 10 Cts. für je 10 Minuten, unentschuldigtes Wegbleiben, 50 Cts., Austrittstaxe bei verspätetem Austrittsschreiben, 10 Franken.

 

Grosse Aktivitäten

Mitte der Zwanzigerjahre nahmen die Aktivitäten des Orchestervereins deutlich zu. Bis zu 18 Auftritte pro Jahr wurden bestritten. Ab 1926 wurde auf das Einziehen von Bussengeld verzichtet.

 

Konzert, Theater, Tanz

In den Dreissigerjahren entwickelten sich die Konzerte zu Abendunterhaltungen bei denen im 1. Teil das Konzert, im 2. Teil ein Theater und im 3. Teil Freitanz, Tombola und warme Speisen geboten wurden.

 

Viele Mitglieder

In den Vierzigerjahren wuchs der Verein auf 35 Mitglieder an. Es gab in den Gaststätten keinen Platz mehr für Konzerte. 1945 fand das erste Konzert im neuen Hirschensaal statt, der das vergrösserte Orchester wieder aufnehmen konnte.

 

Konzertreise und Jubiläum

1954 unternahm der Orchesterverein eine Konzertreise nach Kitzbühl. Die Aufführung fand im Casino Rentsch statt. Mit dabei waren Georg Scherrer, Edi Naef und Fredi Gallati .

Am 18. November 1956 wurde das 50-Jahr-Jubiläum mit Festgottesdienst, Jubiläumskonzert, Festakt und Festschrift gefeiert.

 

Mitglieder- und Besucherschwund

1961 kamen zum Sommerkonzert keine Besucher. Es wurde trotzdem durchgeführt. Nach der Pause kamen noch einige Söhne des Südens, die hatten aber Tanzmusik erwartet. Sie füllten den Saal, aber mit Geräuschen…. Im Winter musste die Vereinstätigkeit mangels genügend Mitspieler eingestellt werden.

1966 fand die erste Zusammenarbeit mit dem Orchesterverein Niederurnen statt. Mit 36 Mitspielern gings auf Konzertreise in den Schwarzwald.

 

Zusammenschluss

1970 schlossen sich die Orchestervereine Kaltbrunn und Niederurnen (gegründet 1950) zusammen. Der Niederurner Dirigent Karl Geisser übernahm die musikalische Leitung. Konzerte wurden nun auch in Niederurnen aufgeführt. Ein beliebter Konzertort war der Musikpavillon Weinberger in Rieden.

 

Stimmungsvolle Konzerte

In den Achtzigerjahren übernahm Fredi Gallati das Präsidium. Stimmungsvolle Konzerte prägten diese Zeit, u.a. die Uraufführung von Franz Reglis Mandolinenkonzert, ein Konzert im Freulerpalast, Näfels, ein Wienerabend in Schwanden.

 

Dirigentenwechsel

Die Neunzigerjahre beginnen mit einem Stimmungstief. Nach vielen Jahren zuverlässiger und engagierter Leitung gibt Karl Geisser den Taktstock ab. Mit der Wahl von Toni Kistler kam ein neuer Wind ins Orchester. Die Mitgliederzahl wuchs an und erstmals wurde 1991 eine Orchesterzytig herausgegeben. 1995 wurde mit grossem Erfolg die Delegiertenversammlung der eidgenössischen Orchesterverbandes in der Aula Kaltbrunn durchgeführt.

Die Ansichten über Musikstil und Vereinsführung drifteten unter den Mitgliedern jedoch immer weiter auseinander, so dass es 1997 mit dem Rücktritt von Toni Kistler zu vielen Austritten kam.

Mit Pedro Cortinas wurde darauf hin ein Dirigent gewählt, der als Konzertviolinist und Dirigent die höchstqualifizierte Ausbildung überhaupt (Julliardschool New York) genossen hatte und uns mit seinem mexikanischen Charme und Temperament sofort bezauberte.

 

Benefiz, Alpensinfonie und Openair

In den folgenden Jahren führten wir viele besondere Anlässe durch. Ein Höhepunkt war das Benefizkonzert in der Aula Glarus zugunsten Terre des hommes Kinderhilfe mit der Aufführung von „Peter und der Wolf“. Das Sinfoniekonzert im Niederurner Täli anlässlich der 650-Jahr Feier des Kantons Glarus, die Openair- Konzerte am Südportal des Uznabergtunnels der unvollendeten Autobahn und auf Maria Bildstein wurden grosse Erfolge.

Mit Solistinnen und Solisten aus eigenen Reihen, wie auch jungen Virtuosinnen undVirtuosen wie Raquel, Sara und Abram Cortinas , Mira und Julia Nauer, Alexandra Horat führten wir tolle Konzerte auf.

 

Grund zum Feiern

Mit der diesjährigen 100-Jahr-Jubiläumsfeier dürfen wir frohen Mutes in die Zukunft blicken.

Mit 32 Mitgliedern, tollem Nachwuchs, einem grossen und treuen Stammpublikum, grosszügigen Passivmitgliedern und Sponsoren, der vielfältigen Unterstützung von Gemeinde- Schul- und Kirchbehörden, einem engagierten Vorstand und einem einmaligen Dirigenten haben wir einen Höhepunkt in der 100jährigen Vereinsgeschichte erreicht. Ihnen allen gebührt ein überaus herzlicher Dank!

 

Präsidenten…

 

Josef Welte                  1907 – 1913

Georg Wenk                1913 – 1923

Otto Küfer                   1923 – 1925

Georg Wenk                1925 – 1929

Ernst Vollenweider    1929 – 1931

Georg Wenk                1931 – 1942

Othmar Welte              1942 – 1946

Carl Zahner                 1946 – 1950

Edwin Naef                 1950 – 1978

Kaspar Noser              1978 – 1981

Fredi Gallati                 1981-2009

Judith Schwyter             seit 2009

 

Dirigenten

 

Lehrer Artho                1906 – 1907

Lehrer Hongler 1907 – 1909

Lehrer Ramer               1909 – 1913

Lehrer Bischof 1913 – 1915

Lehrer Braun               1915 – 1922

Georg Wenk                1922 – 1923

Lehrer O. Küfer           1923 – 1926

Lehrer S. Helbling        1926 – 1931

Lehrer A. Vesti            1931 – 1932

Lehrer J. Dietrich         1932 – 1937

Ernst Vollenweider       1937 – 1949

Lehrer M. Kessler       1949 – 1950

Anton Marty                1950 – 1970

Karl Geisser                1970 – 1991

Toni Kistler                  1991 – 1997

Pedro Cortinas        seit 1997